Als Laborplatz zur Erprobung zukunftsfähiger Lösungen für Open Air-Veranstaltungen fand 2018 das Futur 2 Festival erstmalig statt – ein eindeutiges Highlight des letzten Jahres. Aus einem Green Events-BarCamp hervorgegangen, wurde das Festival unter Beteiligung der Hamburger Umweltbehörde, Morgenwelt und hejmo im Mai 2018 im Elbpark Entenwerder veranstaltet. Das Festival zielt darauf ab, geschlossene Kreisläufe zu schaffen: Dazu gehörte es, die benötigten Ressourcen in erster Priorität vor Ort regenerativ zu gewinnen und die entstehenden Abfallströme wieder in Wert zu setzen. Wo dies (noch) nicht möglich war, wurden angefallene Belastungen kompensiert.

Fahrraddisko auf dem Futur 2 Festival
Fahrraddisko auf dem Futur 2 Festival © Malte Metag

8 kWh Strom wurden mittels Fahrraddisko und Solarenergie direkt vor Ort regenerativ erzeugt. Sie hielten die zwei Bühnen, wo unter anderem Lambert, Sophia Kennedy und das Mis-Shapes DJ-Team auftraten, die Beleuchtung und alle Gastronomie-Stände von mittags bis in die frühen Morgenstunden am Laufen. Am Ende kamen beim Festival nur rund 150 kg Müll zustande. Umgerechnet auf die Besucherzahl ergibt das einen Müllverbrauch von 30 g pro Kopf.

Diese Zahlen lassen sich sehen, doch ist und bleibt Müll ein wichtiges Thema in der Veranstaltungsszene: So stand neben dem Themenbereich Logistik (An- und Abreise der Besucher und Logistik der Dienstleister) die Diskussion um Müllvermeidung bei Veranstaltungen im Mittelpunkt der letzten Zukunftswerkstatt im Mai 2018 in der Markthalle. Dabei wurden neben dem Verzicht auf Printwerbung und Geschirr auch Alternativen und Kompensationsmöglichkeiten besprochen.

Zukunftswerkstatt Green Events
Zukunftswerkstatt im Mai 2018

Auf dem Reeperbahn Festival 2018 war GEHH mit einem Panel vertreten, um unter dem Titel “Zukunft veranstalten – Verantwortung in der Veranstaltungsbranche hinterfragen, wecken und weitertragen” über die Rolle unternehmerischer Verantwortung bei Nachhaltigkeitsthemen zu diskutieren. Helen Schepers aus dem GEHH-Orgakreis moderierte das Gespräch zwischen Björn Hansen (Morgenwelt GmbH), Mike Keller (Markthalle) und dem Soziologen Martin Seeliger. Dieser hinterfragte die Wirkungsmacht unternehmerischer Verantwortung kritisch, während durch Björn Hansen und Mike Keller die Perspektiven von Unternehmern, die nachhaltige Lösungen konkret umsetzen, erproben und planen, vertreten wurden. Eine Gemeinsamkeit im lebhaften Gespräch war der Wunsch nach einer nachhaltigen Entwicklung, sei es nun von Seiten der Politik oder aus dem Unternehmertum heraus.

Den Herbst nutzt Green Events traditionell dazu, im Rahmen einer Geburtstagsfeier zusammenzukommen, zu reflektieren und nach vorne zu schauen. Und stets beschäftigt uns dabei die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, nachhaltige Veranstaltungen umzusetzen und Nachhaltigkeit auf Events erlebbar zu machen.

Bei unserem inzwischen bereits 3. Geburtstag haben wir uns dieser Frage auf eine besonders kulinarische und festliche Art und Weise gestellt: Mit einem Green Dinner von Hirn&Wanst in der Mensa der HfbK, das in 3 Gängen nicht nur verschiedenste Aspekte der ökologisch und sozial verantwortungsbewussten Gastronomie thematisiert hat, sondern auch noch wundervoll geschmeckt hat. Eingeladen waren Vertreter aus unterschiedlichen Institutionen, DienstleisterInnen, VeranstalterInnen, EntscheiderInnen in Behörden und andere Menschen aus dem Umkreis unseres Netzwerkes. Das Dinner beschlossen wir mit der Frage in die Runde unserer Gäste, was sie für das vierte Jahr mit Green Events vor hätten. Dabei sind viele schöne Ideen zusammengekommen. Besonders erfreut waren wir über die vielen Angebote zu Dienstleistungen, Workshops und zum Teilen von Kompetenzen und Erfahrungen.

Für 2019 wollen wir diesen Zusammenhalt in unserem Netzwerk ausbauen. Unsere Webseite und unser Informationsportal sollen neu aufgelegt werden und mit dem aktuellen Wissensstand zu nachhaltigen Veranstaltungen stetig wachsen. Neben anderen Projekten werden wir auch weiterhin Netzwerkevents veranstalten und die Diskussion über nachhaltige Veranstaltungen vorantreiben. Auch unsere eigenen Strukturen sollen dabei professionalisiert und selbstverständlich nachhaltig ausgebaut werden. Darüber halten wir euch weiterhin hier auf dem Laufenden.