I. Einleitung

Die altonale GmbH möchte für Großveranstaltungen in Hamburg neue Maßstäbe setzen…

Bereits auf der Gründungsveranstaltung im Dezember 2009 haben die damals 31 Gesellschafter dafür gestimmt, dass bei allen altonale-Veranstaltungen künftig noch stärker ökologische, sowie auch ökonomische und soziale Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden sollen.

Nachhaltig bedeutet für uns gleichzeitig und integrativ die ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen an die Organisation unser Veranstaltungen anzunehmen und das Leitbild „Nachhaltige Entwicklung“ fest in unserer Organisationskultur zu verankern. „Grün“ zu werden – das ist unser erster Schritt auf diesem Weg. Hierzu wurde ein Umweltteam gebildet, das in Zusammenarbeit mit diversen Initiativen und Unternehmen konkrete Projekte wie bspw. die Entwicklung einer „Grünen Meile“ auf dem altonale Straßenfest, Projekte wie einen „Fair-Fashion-Bereich“, ein „Repair Café“, Recyclingstationen, Komposttoiletten oder eine Fahrradgarderobe auf dem altonale Straßenfest umsetzt. Überwiegend haben wir uns Umweltziele gesetzt, die die organisatorischen Herausforderungen an die altonale und das Straßenfest am letzten Wochenende anbelangen. Aber auch das gestalterische Potenzial, das die altonale in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft und insbesondere Hamburg innehat, soll verstärkt genutzt werden.

In diesem Umweltbericht werden die von uns definierten Umweltziele erörtert und die bei der altonale 17 umgesetzten Maßnahmen vorgestellt. Anhand von quantitativen und qualitativen Umweltindikatoren zielen wir in diesem Jahr darauf ab in einigen Bereichen (Stromverbrauch und Abfallmenge von Siedlungsabfall) erste Ergebnisse zu erheben und zukünftig mit den Folgejahren vergleichen und in weiteren Bereichen (z.B. ökologisches Standangebot, Kommunikationsreichweite) Referenzwerte für die nächsten Jahre abbilden zu können.

Abschließend werden die umgesetzten Maßnahmen bzw. die erreichte Umweltleistung kritisch bewertet und Implikationen für eine zukünftige Entwicklung der altonale abgeleitet.

Anwohner sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen, sei es auf der Grünen Meile, der altonale Infomeile, auf dem Kunstmarkt, Flohmarkt oder bei Altona tischt auf. Neben der lokalen Verankerung sorgen die jährlich wechselnden Partnerstädte und zahlreiche Künstler aus aller Welt für internationales Flair.

Besondere Orte bespielen, lokale Initiativen beteiligen und zugleich internationale Partner einbinden, niedrigschwellige Angebote und hochkarätige Kultur verbinden – die elegante Verbindung von Straßenfest und Kulturprogramm, Kommerz und Kunst machen die altonale einzigartig.

Immer im Frühjahr fällt der Startschuss für Hamburgs größtes Kulturfestival, die altonale. Seit nun mehr als 17 Jahren werden unter dem Motto „lokal – nachhaltig – international“ unterschiedliche  und außergewöhnliche Orte über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen mit Literatur, Film, Kunst, Theater und Musik bespielt. Die Bühne ist der Bezirk Altona, die Regisseure und Akteure sind seine Bewohner, Initiativen und Gewerbetreibenden. Den fulminanten Abschluss findet das Kulturfestival mit dem großen Straßenfest: Im Juli präsentieren sich Kleinkünstler, Infostände, Gastronomen, Hamburgs größter Open Air Flohmarkt, Kinder- Kunst- und Designmeilen sowie ein Musikprogramm auf 10 Bühnen – und das alles bei freiem Eintritt.

Anwohner sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen, sei es auf der Grünen Meile, der altonale Infomeile, auf dem Kunstmarkt, Flohmarkt oder bei Altona tischt auf. Neben der lokalen Verankerung sorgen die jährlich wechselnden Partnerstädte und zahlreiche Künstler aus aller Welt für internationales Flair.

Besondere Orte bespielen, lokale Initiativen beteiligen und zugleich internationale Partner einbinden, niedrigschwellige Angebote und hochkarätige Kultur verbinden – die elegante Verbindung von Straßenfest und Kulturprogramm, Kommerz und Kunst machen die altonale einzigartig.

Die altonale GmbH versteht sich als eine Non-Profit-Kulturorganisation. Ihr Ziel ist es, die lokale und internationale Vielfalt im Bezirk sichtbar zu machen, die gegenseitige Akzeptanz zu fördern sowie nachhaltige und offene Netzwerke für Kunst und Kultur zu entwickeln.

Die Veranstaltungen der altonale GmbH mit der altonale (Norddeutschlands größtes Kultur- und Stadtteilfest), dem Internationalen Straßenkunstfestival STAMP sowie dem Kunstherbst- und Designgift-Markt besuchen jährlich geschätzt über 700.000 Menschen. Unter Beteiligung der aktuell 35 Gesellschafter hat sich die altonale GmbH als fester Akteur der Hamburger Kulturlandschaft etabliert. Rund 2.000 Künstler, 180 Organisationen und zahlreiche Geschäftsleute und Firmen stellen ein außergewöhnliches Kulturprogramm auf die Beine.

Die altonale ist ein Netzwerk: Freie Träger, Vereine, Initiativen, Firmen, Selbständige und das Bezirksamt Altona haben sich zusammengetan und die Idee der altonale als besonderes und außergewöhnliches Kultur- und Stadtfest gemeinsam entwickelt. Der Mix aus Kulturveranstaltungen und dem altonale Straßenfest, das Miteinander von Stadtteilkultur und Internationalität, gibt der altonale Ihr besonderes Profil. Jede Nation, jede gesellschaftliche Gruppe, aber auch Einzelpersonen können bei der altonale aktiv werden. Gegenseitige Akzeptanz macht den offenen Dialog zwischen den unterschiedlichsten sozialen, politischen und kulturellen Gruppen möglich und erweitert die Perspektiven für ein darüber hinausgehendes Miteinander.

Die altonale GmbH ist ein Ort der Vielfalt, Toleranz und Offenheit für alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit. Die altonale GmbH verurteilt in aller Klarheit jede Form von Diskriminierung, Rassismus, Fanatismus und Extremismus. Die altonale GmbH ist kein Ort für menschenverachtende, demokratie- oder fremdenfeindliche Einstellungen. Die altonale GmbH fördert eine vielfältige, solidarische Gesellschaft, die getragen ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Die altonale GmbH bemüht sich, ökologisch gerecht und sozial verantwortungsvoll zu handeln und die Entwicklung eines nachhaltigen Stadtteils Altona und Hamburgs aktiv zu unterstützen. Die altonale Gesellschafter, alle Mitarbeitenden und alle Personen und Institutionen, die an den Veranstaltungen der altonale GmbH teilnehmen, sind verpflichtet, sich mit unseren Grundwerten zu vereinbaren und sich entsprechend zu verhalten. Zuwiderhandlungen führen zur Ablehnung der Teilnahme an Veranstaltungen und zum Ausschluss aus den Organisationen der altonale GmbH und von den Veranstaltungen der altonale GmbH.

Die altonale will Eigeninitiative und Verantwortung fördern und tragfähige, nachhaltig wirkende Strukturen in der Region schaffen. Über die altonale werden kreative Potenziale zur Gestaltung des eigenen Umfelds freigesetzt. Die altonale fördert die Vielfältigkeit und gegenseitige Akzeptanz im Stadtteil und entwickelt diese in einem lebendigen Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessensgruppen – nicht nur im Rahmen der Veranstaltung – weiter. Mit dem Ziel, nachhaltige Netzwerke für Kultur und Stadteilaktivitäten zu schaffen, möchte die altonale jedes Jahr neue Akteure und gesellschaftliche Gruppen ansprechen und darüber hinaus auch immer neue Partnerländer beteiligen.

Die Durchführung der Veranstaltung ist auch eine Herausforderung, neue Wege zur Finanzierung von kulturellen und sozialen Projekten zu beschreiten. Ressourcen und Strukturen der Teilnehmenden werden erschlossen und zusammengeführt. Die altonale ist das konkrete Ergebnis dieser umfassenden und engagierten Zusammenarbeit.  Des Weiteren strebt die altonale an ein umweltfreundliches Kulturfestival zu werden und die Herausforderungen an eine ökologisch nachhaltige Entwicklung anzugehen. Auf diese Zielsetzungen und das Projekt „altonale goes green“ wird im Folgenden näher eingegangen.

II. DAS PROJEKT ALTONALE GOES GREEN

Seit 2011 bemühen wir uns im Rahmen des Projektes „altonale goes green“ um eine ökologisch nachhaltige Ausgestaltung des Hamburger Kulturfestivals altonale. Während des Straßenfestes, besonders aber darüber hinaus, ist es dabei unser Anliegen, das Potenzial der altonale als größtem Stadtteil- und Kulturfestival Norddeutschlands und wichtigem Kultur-Akteur der Stadt Hamburg zu nutzen, um Umweltschutzanliegen und sozial relevante Themen aktiv zu kommunizieren.

Wir versuchen alle altonale-Veranstaltungen systematisch nachhaltig umzusetzen und entwickeln immer neue Maßnahmen zur Minimierung der Umweltbelastung, die im Folgenden beschrieben werden. Nachhaltig bedeutet für uns gleichzeitig und integrativ die ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen an die Arbeit einer Kulturorganisation (der altonale) anzunehmen und das Leitbild „Nachhaltige Entwicklung“ fest in unserer Organisationskultur zu verankern.

Dabei verstehen wir das Kulturfestival altonale weniger als temporäres Veranstaltungsformat, sondern sind daran interessiert mit „altonale goes green“ ein langfristiges Projekt zu etablieren, das unterschiedlichste Akteure, Vereine, Initiativen und Unternehmen in den Fragen nach einem nachhaltigen Leben und Wirtschaften in Hamburg zusammenführt. Wir möchten den gesellschaftlich notwendigen Informations- und Diskussionsprozess zu einer zukunftsfähigen Entwicklung von Altona bzw. Hamburg unterstützen. Das altonale Festival als über viele Jahre etablierte Plattform für kulturelle Themen jeglicher Art und als beliebter und etablierter Kultur-Akteur in der Stadt Hamburg, bietet dabei wichtige und erfolgsversprechende Kommunikationskanäle.

Das dreitägige Straßenfest, das in jedem Jahr den Höhepunkt des altonale-Kulturfestivals darstellt, bespielen wir dabei seit dem Start des Projektes vor vier Jahren mit einem eigenständigen Straßenzug zu diversen Themen einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Grüne Meile bietet eine Plattform für all jene Initiativen, Vereine und Unternehmen, die sich in unserer Stadt diesem Thema widmen und für ihr Engagement eine öffentliche Plattform suchen. Dabei soll es sich nicht um einen Bereich mit Messecharakter handeln, sondern es soll die interaktive Teilnahme jedes Besuchers gefördert werden. Mit einem bunten und gleichzeitig informativem Bühnenprogramm kreieren wir zudem Spaß an gesellschaftsrelevanten Themen und verbinden Vergnügen mit verantwortungsvollem wie bewusstem Handeln.

Auch 2015 konnten wir wieder spannende und engagierte Akteure in der Kleinen und Großen Rainstraße im Herzen Altonas begrüßen. Dabei reichte das Themenspektrum von gesunder Ernährung über Umwelt- und Tierschutz bis zu nachhaltigem Wirtschaften. Besonders diese Vielfalt an Themen und Schwerpunkten sorgte für einen lebendigen Austausch auch zwischen den verschiedenen Standbetreibern – hier trafen die „Großen der Szene“, wie der BUND, NABU oder Animal Rights Watch auf junge Gründerinnen und Gründer und Projekte wie Food Swap, Regionalwert Hamburg AG oder Plant-for-the-Planet. Den Besuchern wurde an den Ständen die Möglichkeit gegeben, sich mit unterschiedlichsten Umweltaspekten zu beschäftigen, Fragen zu stellen und aktiv mitzudiskutieren, während Bühnenprogramm und gastronomisches Angebot zum Verweilen einluden.

Ganz besonders profitieren konnte die Grüne Meile in diesem Jahr von einer Kooperation mit dem Muddi Markt e.V.. Diese junge Initiative bespielt seit einigen Jahren das Volksfest der Kieler Woche mit einem spannenden Programm zum Thema Nachhaltigkeit und brachte einige ihrer Formate nun auch auf die altonale. Der MUDDI Markt e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die das Volksfest wieder zu dem machen will, was es vorgibt zu sein: zu einem Fest des Volkes. Hier steht nicht das kommerzielle Interesse von professionellen Schaustellern im Fokus, sondern die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Lokalen Akteuren, Künstlerkollektiven und Initiativen wird eine Bühne geboten, die sie kostenlos nutzen können, um sich selbst und ihre Ideen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Der MUDDI Markt ist Bühne und Marktplatz zugleich, aus passiven Konsumenten werden aktive Produzenten von kulturellen Inhalten. Jeder der möchte, kann sich einbringen, das Gelände mitgestalten oder die Programminhalte entwickeln. Das Volksfest wird als öffentlicher Raum verstanden, dessen Gestaltung nicht von den Gewinninteressen Einzelner sondern von den Ideen und Wünschen der Gemeinschaft geprägt sein sollte. Neben einem Live-Musikprogramm und DJ-Sets gab es inhaltsbezogene Programmpunkte wie das Puppenspiel „Schweini’s vegane Kochshow“, einen Upcycling-Workshop mit Di(e)vers, einen Vortrag der Regionalwert Hamburg AG oder dem „Green Brunch“ mit Hamburg mal fair und dem Ökomarkt e.V..

In diesem Jahr konnten wir Dank der Unterstützung der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) in Zusammenarbeit mit vielen externen Partnern einige insbesondere auf Nachhaltigkeitskommunikation ausgerichtete Projekte umsetzen, die wir im Folgenden kurz vorstellen.

Open Air Repair Café

Das Prinzip der Repair Cafés, die es mittlerweile in ganz Deutschland gibt, ist denkbar einfach: Gemeinsam kaputte Dinge reparieren, statt sie einfach wegzuschmeißen. Wo auch immer ein Repair Café eröffnet wird, gesorgt wird für einen Raum, sowie Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen. Von Kleidung über Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder oder Spielzeug darf alles dabei sein. Außerdem sind ehrenamtliche Helfer vor Ort, die – ob Elektriker, Schneider oder Tischler – mit ihrem Know-How unterstützen. In diesem Jahr war der Verbund der Repair Cafés Hamburg auf der Grünen Meile und hat das Projekt auf das Straßenfest geholt. Unsere Besucher konnten einfach ihre defekten Gegenstände von zu Hause mitnehmen und machten sich im Repair Café gemeinsam mit einem Fachmann oder einer Fachfrau an die Arbeit. Und warum das ganze? Irgendwie ist reparieren aus der Mode gekommen. Anstatt das kaputte Radio und den Toaster aufzuschrauben, landet er in den meisten Fällen direkt im Müll. Mit einem Repair Café kann man Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen für eine Sensibilisierung bezüglich der problematischen „Wegwerfkultur“ in Deutschland erreichen.

Fair Fashion Bereich mit melawear, GOTS und Fair Trade Deutschland

Dass eine Jeans eigentlich nicht für 5 € zu haben sein kann, ist mittlerweile vielen Verbrauchern klar; doch um sich tiefer greifend mit der Herkunft unserer Kleidung zu beschäftigen fehlt Vielen zu oft die Zeit. Deswegen haben wir in diesem Jahr das junge Lüneburger Label melawear, die Zertifizierer GOTS und Fairtrade Deutschland eingeladen, uns auf der Grünen Meile zu unterstützen. Es gab eine kostenlose Siebdruckstation, für die man alte T-Shirts und Pullover mitbringen und selbstbedrucken konnte. Zudem wurden viele Informationen rund um das Thema nachhaltige Kleidung bereitgestellt.

Upcycling Festival-Sessel

Eine gute und gemütliche Alternative zu herkömmlichen Outdoor-Möbeln waren die Mülltonnensitzmöbel. Warum noch mehr Plastikstühle produzieren, wenn es schon genug Material gibt? Das Mülltonnensitzmöbel ist ein pures Upcycling-Sitzmöbel. Es entstand aus einem ausrangierten Hamburger Müllcontainer ohne weitere Zusätze, der durch viele Hamburger mit gestaltet ist, so hat jedes Mülltonnensitzmöbel einen eigenen Charakter und ist einzigartig. Auf der Grünen Meile standen 8 dieser innovativen Sitzmöbel für die Besucher bereit. Durch Upcycling werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neue, innovative Produkte umgewandelt. Durch Knappheit der natürlichen Rssourcen und durch gesellschaftlichen Wandel gewinnt Upcycling an Bedeutung. Über dieses individuelle Projekt kann man ganz einfach Besucher für Upcycling und das „Selbermachen“ begeistern.

Das Sharing-Projekt Pumpipumpe

Der Verein Pumpipumpe setzt sich für einen bewussten Umgang mit Konsumgütern und mehr soziale Interaktion in der Nachbarschaft ein. Das Leihen und Ausleihen von Dingen, die man nur selten braucht, soll gefördert werden. In jedem Haushalt befinden sich Werkzeuge, Küchengeräte, Produkte für Freizeit und Unterhaltung etc., die man nur selten braucht und gerne einmal einem netten Mitmenschen ausleihen würde. Gleichzeitig wäre man manchmal froh, sich Dinge, die man nur ab und zu benötigt, einfach kurz ausleihen zu können. Ziel des Vereins Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht nicht im Internet, sondern mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn und Quartierbewohner täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Fahrradpumpe, Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und müssen erst noch weniger Geräte kaufen. Wir wollen das Projekt auch in Hamburg weiter verbreiten und haben 10.000 Stickerbögen drucken lassen und mit unserem Grüne Meile Programmheft (inkl. Promotion-Seite für das Projekt) in Hamburg verteilt.

Im Folgenden werden wir unsere umweltbezogenen Kernziele erläutern und es werden die Maßnahmen zur deren Zielerreichung vorgestellt.

III. ZIELSETZUNGEN ZUR VERBESSERUNG DER UMWELTLEISTUNG DER ALTONALE

  • Konkret soll sich das in der
  • Reduktion des Abfallaufkommens auf dem Straßenfest,
  • der Erhöhung der Mülltrennquote auf dem Straßenfest,
  • der Verwendung von Druckmaterialien, die zu 100% auf recyceltem Papier und mit umweltfreundlichen Druckfarben erzeugt wurden,
  • der Verwendung von Büromaterialien, die zu 100% umweltfreundliche Alternativen darstellen (z.B. aus recycelten Materialien, recyclebar, biologisch abbaubar, aus erneuerbaren Ressourcen, aus nachhaltiger Forstwirtschaft),
  • und in der sukzessiven Senkung des absoluten Papierbedarfs im Organisations- und Nachbereitungsprozess der Veranstaltung (erst nach Jahresfrist bewertbar)

bemerkbar machen.

U.a. versuchen wir das durch die

  • Reduktion des Stromverbrauchs pro Standeinheit bzw. Bühne auf dem Straßenfest,
  • die Reduktion (soweit messbar) / Kompensation der CO2-Emissionen,
  • die Erhöhung der Quote der Energieversorgung durch Strom aus erneuerbaren Energien bezogen auf alle Veranstaltungen/Veranstaltungsorte und
  • die Reduktion des Stromverbrauchs im Büro (erst in Jahresfrist bewertbar).

Das erreichen wir über die

  • Erhöhung des Standangebotes an ökologischen, fair gehandelten Lebensmitteln,
  • die Erhöhung des Standangebotes an ökologischen, fair gehandelten Konsumartikeln,
  • die Erhöhung der Quote umweltbewusster Kooperationspartner (in den einzelnen Organisationsbereichen einer Veranstaltung) und
  • die Erhöhung der Quote umweltbewusster Sponsoren.

Vor diesem Hintergrund streben wir eine

  • Erhöhung der medialen Präsenz des Themas „Umwelt“ im Zusammenhang mit der altonale und Veranstaltungen im Allgemeinen,
  • eine Erhöhung der Quote von Umweltschutz-/Umweltbildungsorganisationen, die auf dem altonale Straßenfest Umweltkommunikation betreiben und
  • mehr Infotainment-Programm bei unseren Kuturveranstaltungen un dem Straßenfest

an.

Wie wir diese Zielsetzungen angehen, möchten wir im Folgenden darstellen. Der Zielerreichungsgrad wird anhand der von uns entwickelten Umweltleistungsindikatoren abgebildet. Nicht alle Leistungen sind dabei quantitativ darstellbar und werden teilweise anhand qualitativer Parameter angezeigt.

IV. MASSNAHMEN ZU EINEM VERANTWORTUNGSVOLLEN UMGANG MIT DEN RESSOURCEN UNSERER UMWELT

In Zusammenarbeit mit der Stadtreinigung Hamburg wurde ein umfangreiches und kleinteiliges Abfallentsorgungskonzept entwickelt, dass es den Standbetreibern (mit großen Behältern à 1100l) und auch den Besuchern (mit kleinen Behältern à 240l) ermöglichen soll, ihre Abfälle getrennt zu entsorgen. Dafür wurden nach identifiziertem Bedarf „Abfallinseln“ entlang des gesamten Straßenfest-Areals gebildet, an denen man bspw. Papier/Pappe, Kunststoffe/Metalle, Glas oder Restmüll sortenrein entsorgen konnte. In der Nähe von Lebensmittelständen wurden zusätzlich Speiseabfall-Behälter, zur Entsorgung organischer Abfälle des Standbetriebes, aufgestellt. Durch die Unterstützung der Behörde für Umwelt und Entwicklung (BUE), konnten wir die Anzahl der Recyclingstationen für Besucher von 15 in 2014 auf 20 in 2015 erhöhen; für die Standbetreiber standen zusätzlich 6 große Inseln zur Verfügung.

Alle Standbetreiber wurden persönlich durch das Umweltteam über das Abfallentsorgungskonzept informiert. Zum einem wurden im Vorfeld der altonale unsere allgemeinen „Hinweise zu einem umweltgerechten Standbetrieb“ zusammen mit der Anmeldebestätigung per Email versendet. Zusätzlich wurde ihnen vor Ort ein Müllentsorgungsplan, auf dem alle Müllentsorgungsstationen eingezeichnet waren, sowie ein Hinweisblatt mit Hinweisen zur Vermeidung unnötigen Abfalls ausgehändigt. Für die Besucher gab es Informationsmaterialien (Programmheft der Grünen Meile 2015), die sie zu einer sortenreinen Mülltrennung und dem Vermeiden von Abfall aufrufen und motivieren sollten. Diese wurden im Vorfeld der altonale über eine Agentur verteilt und an unser altonale Infobox ausgelegt. Ferner konnte man sie auf der altonale an diversen Ständen bekommen bzw. wurden sie persönlich im Bereich der Grünen Meile ausgehändigt. Zudem wurden die Besucher im Vorfeld schon über die altonale Homepage und die Facebook-Seite von „altonale goes green“ über das Abfallentsorgungskonzept der Veranstaltung informiert.

Für die Recyclingstationen konnten wir neben den Info-Flags der Stadtreinigung auch große Schautafeln mit Icons zum richtigen Entsorgen entwerfen und aufstellen. Diese Hinweisschilder sollten nicht nur das „richtige Trennen“ einfach erklären sondern auch ganz allgemein auf das Thema Mülltrennung aufmerksam machen.

Jahr
2011 2015 2016 …
gesamt pro Standeinheit auf dem Straßenfest gesamt pro Standeinheit auf dem Straßenfest gesamt pro Standeinheit auf dem Straßenfest
Art des Abfalls
Siedlungsabfälle gemischt in kg   20590 30,66 9750
Papier/Pappe in kg 350 0,52  
Verpackungen (Wertstoffe) in kg 200 0,29  
Gesamte Abfallmenge 21386 31,85  
Bewertung
Verhältnis zu 2011/Vorjahr

Siedlungsabfälle gemischt in %

-52,65%
Mülltrennquote in % (Anteil der sortenrein getrennten Abfälle an der gesamten Abfallmenge)

 

Wir haben in den letzten 4 Jahren unsere Menge an so genanntem Siedlungsabfalls um ca. 53% senken können. Das unterstreicht den finanziellen Vorteil, den ein Mülltrennsystem nach dessen Etablierung bietet. Leider können wir die Mülltrennquote nicht nachvollziehen, da unser Entsorger die Menge an Papier/Pappe und Wertstoffen wie Kunststoffen/Metallen nicht in Rechnung stellt und auch nicht erhebt. Der starke Rückgang lässt aber auch darauf schließen, dass die Mülltrennquote stark gestiegen ist.

Um sich neben den Informationen, die wir durch die Besucherumfragen und die Erhebung des Abfallaufkommens bekommen auch eine persönliches Bild von den Besuchern und deren Probleme mit unseren und der Wahrnehmung von unseren Recyclingstationen zu machen haben wir die Stationen unbemerkt beobachtet. Die Frage war: Wie verhalten sich die Besucher des altonale Straßenfestes 2015 in Bezug auf die Entsorgung von Abfall? Wir wollten darüber erfahren, ob die Recyclingstationen gut positioniert sind, unsere Hinweisschilder gut wahrgenommen werden (Aufmerksamkeitsdauer, Leserverhalten), wie viel Zeit für die Entsorgung aufgewendet wird und wie der Müll (sortenrein oder gemischt) tatsächlich entsorgt wird. Unsere Beobachtungen an unterschiedlichen Stationen zeigen:

  • Wenige Interessenten bleiben stehen
  • Insbesondere jüngere Personen (geschätzt unter 30 Jahre) bemerken und reagieren auf die Stationen, bleiben stehen und gucken sich die Schilder an
  • Kinder nutzten sie häufig mit Aufforderung ihrer Eltern (als Lehrbeispiel)
  • Insbesondere jüngere Personen (geschätzt unter 30 Jahre) trennen richtig
  • Die, die richtig trennen, reagieren nicht auf die Schilder sondern gehen gezielt auf die Tonne zu und werfen ein
  • Ein erheblicher Teil der Besucher (ohne Prozentangabe) nutzt alle Tonnen gleichermaßen, als konventionellen Abfallbehälter
  • Durch die einseitige Anbringung unserer Schilder, werden diese offensichtlich nur aus einer Richtung wahrgenommen
  • Es landet sehr viel mitgebrachter Müll (Dosen, Flaschen, Süßigkeitenverpackung) in den Tonnen, der nicht durch Stände auf dem Straßenfest verkauft wird
  • Ab ca. 18h (Start des Festes ist um 11h und 12h) sind viele Stationen gefüllt
  • Pfandsammler unterstützen die Mülltrennung, indem sie Dosen und Flaschen aussortieren
  • Restmülltonnen sind schneller voll, weil nicht richtig getrennt wird
  • Sind sichtbar falsche Müllartikel in der Tonne (z.B. Kunststoffbecher klemmt im Papiertonnen-Einwurf) verselbständigt sich das falsche Trennen

Diese Informationen sollen in der Weiterentwicklung des Recyclingsystems und der zielgruppenspezifischen Ansprache der Besucher eine Rolle spielen.

Die Druckmaterialien (u.a. Flyer, Plakate, Programmhefte, Kulturplaner, Bühnenpläne) der altonale stammen aus unterschiedlichen Druckereien, was zum einen den Anforderungen an bestimmte Druck-Deadlines, den vielen verschiedenen Veranstaltern und auch den Formaten der Druckmittel bzw. dem eingeschränkten Angebot an ökologischen Variationen im Portfolio einzelner Druckereien geschuldet ist. Alle Printprodukte wurden auf Recyclingpapier (FSC-zertifiziert) gedruckt. Wenn es möglich war, waren auch die Druckfarben ökologisch (z.B. mit Bindemittel auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen, aus pflanzlichen Ölen statt Mineralölen). Ferner wurde auch bei großen Offsetdruckereien das ökologische Angebot gewählt, dass bspw. beim Programmheft der Grünen Meile zusätzlich eine monetäre Kompensation der produktionsbedingten CO2-Emissionen beinhaltete. Auch die Aufkleber für das von uns unterstützten Sharing-Projekt „Pumpipumpe“ wurden auf Recyclingpapier bei einer zertifizierten Umweltdruckerei produziert und „klimaneutral“ versendet. Unser Kooperationspartner für den Großteil unserer Druckmittel stammt von 2 Altonaer Druckereien, die nicht nur im Netzwerk „Umweltpartner Hamburg“ sind und zudem ihre gesamte Produktion ökologisch umgestellt haben.

Das altonale Büro setzt auf umweltfreundliche Büroartikel: Druckerpapier, Präsentationsmappen oder Briefumschläge sind bspw. aus Recyclingpapier hergestellt. Artikel wie Kleberollenhalter aus recyceltem Kunststoff, Kleberollen mit lösungsmittelfreiem Klebstoff versehen. Sukzessive wurden in den letzten 4 Jahren konventionelle Produkte durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt werden.

Doppelseitiges Drucken und das Nutzen von alten Papier als Schmierpapier sind einfache Maßnahmen, über die der Papierverbrauch im Bürobetrieb gesenkt werden soll. Geplant ist, den Anmeldungsprozess für Standbetreiber auf dem Straßenfest, der über das altonale Büro organsiert wird papierlos über eine Online-Plattform zu organisieren. Dieses Projekt ist in Kooperation mit einer Altonaer Agentur in der Umsetzung.

Komposttoiletten sind Toiletten, die mit einer Streuschicht aus Rindenschrot und Sägespäne befüllt sind. Dadurch wird die Feuchtigkeit aufgezogen und unangenehme Gerüche verhindert. Nach der Benutzung wird das Material auf einem Kompostplatz (des Anbieters) kompostiert und dient als Bodenverbesserer, denn es sind allerhand wichtige Pflanzennährstoffe darin enthalten. Der Vorteil: Anders als konventionelle Chemietoiletten sind Komposttoiletten geruchsneutraler: Das Abdeckmaterial (Holzspäne) sorgt für einen angenehmen Geruch und macht den Toilettengang deutlich attraktiver. Die Toiletten sind aufgrund der Holzausstattung sehr komfortabel. Die Umwelt wird entlastet. Dadurch das Komposttoiletten ohne Chemie funktionieren entfällt die aufwendige Entsorgung des Sondermülls.

Seit 2014 haben wir auf dem Straßenfestgelände umweltfreundliche Komposttoiletten im Angebot. Im Jahr 2014 starteten wir mit 3 großen Stationen mit jeweils 8 Kabinen und konnten ca. 40% unseres Bedarfes an Sanitären Anlagen deckeln. In diesem Jahr konnten wir zu 100% (bezogen auf die Besucher-Toiletten) auf Komposttoiletten umstellen. Auf der altonale 17 waren 40 Komposttoiletten im Einsatz. Unsere Komposttolietten wurden von der EcoToiletten UG (haftungsbeschränkt) bereitgestellt. (Weitere Informationen unter www.ecotoiletten.de)

Insbesondere die Ausstattung der gastronomischen Stände auf dem gesamten Festivalareal mit Mehrweggeschirr ist eine sehr große Herausforderung für die nächsten Jahre. Seit 2012 wird ein Großteil der Getränkestände auf dem altonale Straßenfest wieder von uns selbst organsiert. Das erleichtert die Umsetzung eines umweltfreundlichen Standbetriebs. Für unser Angebot an Hamburger Bier, Wasser von Viva con Agua und ökologischer Limonade nutzen wir ein Pfandsystem mit 2000 umweltfreundlichen Mehrweg-Bechern, die an allen Getränkeständen gegen Pfand ausgegeben und angenommen werden.

V. MASSNAHMEN UM EINEN BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ ZU LEISTEN

Der gesamte Strom, der auf dem Straßenfest verbraucht wurde, wird aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt. Die altonale GmbH zählt zudem auf ihre Veranstaltungspartner und versucht positiv darauf Einfluss auszuüben, dass in Zukunft auch alle Veranstaltungsstätten, in denen Kulturveranstaltungen der altonale stattfinden mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.

Alle Standbetreiber wurden von der altonale GmbH im Vorfeld (bei der Anmeldung) und auf dem Straßenfest auf die Umweltziele (u.a. Stromsparen) des altonale Straßenfestes hingewiesen. Beispielhaft wurden Ansätze zu einem energieeffizienten Standbetrieb aufgeführt.

Jahr
2011 2015 2016 …
gesamt pro strombeziehender Standeinheit auf dem Straßenfest Anzahl Bühnen auf dem Straßenfest gesamt pro strombeziehender Standeinheit auf dem Straßenfest Anzahl Bühnen auf dem Straßenfest gesamt pro strombeziehender Standeinheit auf dem Straßenfest Anzahl Bühnen auf dem Straßenfest
Art des Stroms
Strom aus erneuerbaren Energieträgern in kWh 10659,80 88,83 7 7.445,42 35,97 (207 Einheiten) 10
Bewertung
Verhältnis zu 2011/Vorjahr (Energieverbrauch) in % +31,05% +79,13% -31,26% -40,49%

 

Trotz Vergrößerung unserer Spielfläche und einer absoluten Zunahme unser Standbetriebe sowie unserer unser Bühnen konnten wir im Vergleich zum letzten Bewertungszeitraum (2011) einen absoluten Rückgang unseres durch Anschlüsse ans öffentliche Netz verursachte Stromverbrauchs um 31,26% verzeichnen. Auf den einzelnen Stromabnehmer (Stände, Sanitäranlagen, Fahrgeschäfte, Bühnen, Logistikstationen) bezogen konnten wir sogar einen Rückgang von ca. 40% des Verbrauchs im Vergleich zu 2011 verzeichnen. Das ist nicht nur den Informationsmaßnahmen durch uns geschuldet sondern hat auch mit der zunehmenden Sensibilisierung der Gesellschaft für die Notwendigkeit von Ressourceneinsparungen und dem technologischen Fortschritt im Allgemeinen zu tun. Die Ergebnisse der Standbetreiberumfragen machen aber deutlich, dass die Standbetreiber auf dem altonale Straßenfest Energiesparmaßnahmen am Stand mit 21% (direkt nach bewusstem Wareneinkauf mit 26%) zu den am häufigsten genannten Maßnahmen für einen ökologischen Betrieb zählen. Nahezu 100% der befragten Standbetreiber setzen umweltbewusste Maßnahmen auf der altonale um. (Weitere Daten finden sich in der Auswertung der Umfrage im Anhang).

Über die altonale Homepage werden die Besucher ausgiebig über Möglichkeiten der umweltfreundlichen Anreise informiert und zu dieser motiviert. Zu finden sind dort ausgewählte Haltestellen des HVV (öffentlicher Nahverkehr), Fahrradstellplätze auf dem Festivalareal und Stationen für Leihfahrräder von StadtRad Hamburg. Des Weiteren wurden Online-Dienstleistungen, wie z.B. ein Fahrradroutenplaner, das Leihportal für StadtRad Hamburg, der HVV-Planer Geofox, eine Mitfahrzentrale und Car-Sharing-Angebote aus Hamburg in die Seite eingebettet. Zudem haben wir an 2 Standorten eine Fahrradgarderobe (Informationen siehe unten) installiert und im Vorfeld darüber informiert.

Bei allen Druckereien, die einen CO2-neutralen Transport anbieten, wird von dieser Option Gebrauch gemacht.

Seit 2013 kooperieren wir mit der Konzertkultour GbR, die speziell für Festivals eine Fahrradgarderobe konzipiert haben. Die mobil einsetzbare Fahrradgarderobe ist eine schnell installierte & vielfach erprobte Lösung nach dem Prinzip einer Jackengarderobe. Die Fahrradgarderobe bietet den Besuchern der altonale einen mobilen, sicheren, bewachten & versicherten Abstellplatz für ihre Räder. Die Vorteile sind enorm: Die Zustellung von Fluchtwegen insbesondere durch unkoordiniert wildparkende Fahrräder wird verhindert, die Besucher des altonale Straßenfestes können flexibel & individuell mit ihren teils wertvollen Fahrrädern direkt auf das Areal fahren. Diebstahl und Sachschäden an den Fahrrädern werden verhindert. Zudem sparen wir im großen Umfang Parkraum ein. Besonders wichtig ist uns, dass wir es den Besuchern erleichtern mit dem Fahrrad anzureisen um somit die veranstaltungsbedingten CO2-Emssionen signifikant zu verringern. In diesem Jahr konnten wir das Angebot erweitern im Vergleich zu 2013 und 2014 (je eine Station) und an 2 Stellplätzen an strategisch wichtigen Anfahrtspunkten zum Areal (Bahrenfelder Straße und Max-Brauer-Allee vor dem Bahnhof Altona) eine Garderobe aufbauen. (Weitere Informationen unter: fahrradgarderobe.de)

Stromsparmaßnahmen helfen auch bei Strom aus erneuerbaren Energien dabei, weitere CO2-Emssionen des eigenen Geschäftsbetriebs einzusparen und damit das Klima zu schützen. Vor dem Umzug in das Büro in der Großen Bergstraße (Kulturetage) 2011 wurden strahlungsarme, energieeffiziente Bildschirme und PCs erworben (Label: Energy Star, Green IT, Blauer Engel). Ferner wurden im neuen Büro schaltbare Schutzkontaktstecker installiert, um Leerlaufverbräuche im Stand-By-Betrieb auszuschließen. Abschließend wurde eine neue Lichtanlage mit energieeffizienten Lampen und Leuchtmitteln installiert.

Regionale Wirtschaftskreisläufe haben aus einer ökologischen Perspektive heraus den Vorteil, dass weniger CO2-Emissionen durch den kürzeren Transport von Waren und die geringere Anreiseentfernung der Dienstleister ausgesendet werden. Bei der altonale wird verstärkt das Thema „Lokalität/Regionalität“ angegangen werden. Das gilt insbesondere für professionelle Schausteller/Standbetreiber auf dem altonale Straßenfest, da in allen anderen Bereichen ohnedies fast ausschließlich Hamburger Unternehmen mit der altonale GmbH und der uba GmbH (zuständig für die Vermarktung der Standflächen) kooperieren. Unsere Zählung und Auswertung hat gezeigt, dass ca. 91% unserer Stände aus Hamburg und dem Hamburger Umland kommen.

In diesem Jahr konnten wir mit Unterstützung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BUE) ein altonale eigenes Lastenfahrrad erwerben. Wir konnten dieses Fahrrad für den Aufbau unserer Schilder für die Recyclingstationen, für die Belieferung der Getränkestände auf dem Straßenfest, für den Transport unserer Programmhefte und Flyer vom Büro zur Infobox und viele weitere Transportsituationen nutzen. Für diese Transporte waren wir bis 2014 auf die Nutzung von PKWs angewiesen, die nicht nur eine Menge CO2-Emissionen, sondern auch weitere Luftschadstoffe und Lärm und Parkraum verursachen bzw. benötigen. Wer im Stadtverkehr täglich 20 km mit dem Lastenrad anstelle eines Kleinwagens erledigt, spart im Jahr rund 800 Kilogramm CO2. Ein ersetzter Diesel-Transporter mit 20.000 Kilometern Jahresfahrleistung bedeuten schon gut 5 Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr. (Quelle: http://lastenrad.vcd.org)

Für das Jahr 2016 planen wir derzeit eine digitale Version des Anmeldeverfahrens für einen Stand auf dem altonale Straßenfest für alle nicht-kommerziellen Stände, die über das altonale Büro akquiriert und organisiert werden. Bisher erfolgte die Anmeldung schriftlich über ein ausgefülltes, auszudruckendes Dokument was eine Menge Papierverbrauch aber auch durch den Postversand verursachte CO2-Emissionen verursacht. Dieses Projekt setzen wir mit der Altonaer Agentur MPS newmedia GmbH um und möchten darüber nicht nur Ressourcen einsparen sondern auch die Arbeit in diesem Zusammenhang effizienter gestalten.

VI. MASSNAHMEN, DIE AUF EINE VERSTÄRKTE KOOPERATION MIT VERANTWORTUNSGBEWUSSTEN UNTERNEHMEN ABZIELEN UND FÜR DIE BESUCHER DES STRASSENFESTES EIN ÖKO-FAIRES KONSUMANGEBOT BEREITSTELLEN

Wichtige Veranstaltungsbereiche wie z.B. das Catering, die Veranstaltungstechnische Betreuung von Bühnen, der Druck von Werbemitteln, die Bereitstellung von Sanitäranlagen oder die Abfallentsorgung auf dem Straßenfest wird von umweltbewussten Kooperationspartnern organisiert. Beispiele dafür sind Reset Grafische Medien GmbH, Uhl-Media GmbH, EcoToiletten UG (haftungsbeschränkt) und die Stadtreinigung Hamburg.

Auch im Bereich der Sponsoren wird verstärkt auf Umweltaspekte der unterstützenden Organisation geachtet. Beispielhaft sind hier die Stadtreinigung Hamburg (als Kompetenz in Fragen der umweltgerechten Abfallentsorgung) und das Unternehmen Bionade GmbH, das ökologische Limonaden produziert zu nennen.

Zukünftig soll der Anteil (in %) der Unternehmen mit nachvollziehbarem Umweltbewusstsein (z.B. bezogen auf das angebotene Produkt, die Dienstleistung oder das Management) bzw. der Anteil von Unternehmen mit Öko-Zertifizierungen (z.B. EMAS, ISO 14001) als Indikator für eine ökologische Entwicklung der Kooperationen erhoben werden.

Zudem sollen sukzessive mehr ökologische und fair gehandelte Lebensmittel und Waren als Konsumalternativen auf dem altonale Straßenfest angeboten werden. Auf der Grünen Meile, die dieses Jahr zum 4. Mal stattfand, boten diverse Standbetreiber Speisen und Waren aus kontrolliert biologischem Anbau und/oder aus fairem Handel (z.B. Crêpes, Burger, Eis und Limonaden, Schokolade und Bekleidung) an.

Jahr
2011 2015 2016…
Anzahl der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) Anteil der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) am gesamten Standangebot in % Anzahl der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) Anteil der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) am gesamten Standangebot in % Anzahl der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) Anteil der Anbieter von öko-zertifizierten/ökologischen Produkten/Dienstleistungen (z.B. EG Bio-Siegel, Demeter, Blauer Engel, FSC-Siegel) am gesamten Standangebot in %
Kategorie
Verkaufstand Food 5 9
Verkaufstand NonFood 12 4
Verkaufstände gesamt 17 13
Bewertung
Verhältnis zu 2011/Vorjahr Vorjahr in % +160% -23,53%

 

Der Anteil der Stände die tatsächlich Waren und Lebensmittel auf der Grünen Meile verkaufen ist im Vergleich zum Bewertungszeitraum 2011 um ca. 24% gesunken. Aufgrund einer absoluten Zunahme an Ständen ist das durch die absolute und relative Erhöhung reiner Informationsstände auf dem Areal zu erklären.

Unser Ziel ist es zudem, den Anteil an ökologischen, alternativen Standangeboten nicht nur bezogen auf die Grüne Meile zu erhöhen sondern bezogen auf das gesamte Straßenfest zu vergrößern. Um den Status Quo zu bewerten haben wir eine Zählung und Kategorisierung der Standbetreiber 2015 vorgenommen. Die umweltrelevanten Kriterien lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen.

Food
Insgesamt Angebot an Produkten mit Bio-/Fair-Trade-Siegel Vegetarisches Angebot Veganes Angebot Verwendung von Ökologischem Geschirr Aufweisen Ökologischer Standmerkmale Lokal angesiedelt (Hamburg und Hamburger Umland)
77 19 35 11 7 4 65
100% 24,68% 45,45% 14,29% 9,09% 5,19% 84,42%

 

NonFood
Insgesamt Angebot an Produkten mit Bio-/Fair-Trade/FSC-Siegel/GOTS-Siegel etc. Verwendung von ökologischen Materialien Verwendung von ökologischen Verpackung Produkte aus recycelten Materialien/ oder durch Upcycling entstanden Aufweisen Ökologischer Standmerkmale Lokal angesiedelt (Hamburg und Hamburger Umland)
176 15 25 2 4 13 166
100% 8,52% 14,20% 1,14% 2,27% 7,39% 94,32%

 

Ca. 91% aller unser Stände kommen aus Hamburg und dem Hamburger Umland (20km um Hamburg), die altonale ist eine lokale Veranstaltung. Von allen Anbietern von Speisen haben ca. 25% Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau in ihrem Angebot. Ca. 45% haben vegetarische Speisen und ca. 14% sogar vegane Produkte im Verkauf. Negativ fällt auf, dass nur ca. 9% der Stände ökologisches Geschirr (Mehrweggeschirr, kompostierbares Einweggeschirr) benutzen. Im NonFood-Bereich bieten ca. 9% der Stände Produkte mit Umweltsiegel an (z.B. Fair Trade-Siegel, FSC-Siegel, GOTS-Siegel). Besonders negativ fällt auf, dass nur ca. 1% der Anbieter ökologische Verpackungen (z.B. widerverwendbare Papiertüten, kompostierbare Kunststoffbeutel) anboten.

VII. MASSNAHMEN, DIE DEN GESELLSCHAFTLICH NOTWENDIGEN INFORMATIONS- UND DISKUSSIONSPROZESS ZU EINER ZUKUNFTSFÄHIGEN ENTWICKLUNG VON HAMBURG UNTERSTÜTZEN

Die altonale soll verstärkt als Plattform für Umweltkommunikationsarbeit mit den Besuchern genutzt werden. Vor diesem Hintergrund konnten sich dieses Jahr diverse Umwelt- und Tierschutzorganisationen (z.B. NABU, Animal Rights Watch), Klimaschutz-Initiativen (z.B. Plant-For-The Planet), umweltbezogene Bildungs- und Förderprojekte (z.B. Futurepreneur) und Anbieter von ökologischen Dienstleistungen (z.B. Denn’s, Regionalwert AG Hamburg) auf der Grünen Meile präsentieren.

 

Jahr
2011 2015 2016 …
Kategorie
Anzahl nichtkommerzieller Institutionen, die Kommunikationsarbeit zu ökologischen Themen leisten 11 14
Anzahl Unternehmen, die Kommunikationsarbeit zu ökologischen Themen leisten 3 8
gesamt 14 22
Bewertung
Verhältnis zu 2011/Vorjahr in % +350% +57,14%

Die Grüne Meile wächst stetig. Im letzten Jahr 2014 mussten wir erstmals die Fläche vergrößern und von der Großen Rainstraße in die Kleine Rainstraße hinein erweitern. Im Vergleich zum ersten Bemessungszeitraum 2011 haben wir in diesem Jahr eine Steigerung um ca. 57% an nichtkommerziellen Institutionen und kommerziellen Unternehmen, die Kommunikationsarbeit zu ökologischen Themen leisten, zu verzeichnen.

Unser Ziel ist zudem, den Anteil nicht nur auf bezogen auf die Grüne Meile zu erhöhen sondern bezogen auf das gesamte Straßenfest zu vergrößern. Um den Status Quo zu bewerten haben wir eine Zählung und Kategorisierung der Standbetreiber 2015 vorgenommen. Die Kategorien lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen.

Informationstand / Promotionstand mit Nachhaltigkeitsbezug
Insgesamt Initiative, Verein, NGO Unternehmen
97 89 8

 

Nachhaltigkeitsbezug beschränkt sich hier nicht nur auf das Thema Umweltschutz sondern auch auf soziale, nachhaltigkeitsrelevante Aspekte wie Geschlechtergleichstellung, Fairer Handel, Anti-Diskriminierung oder Flüchtlingshilfe. Diese Erhebung fand zum ersten Mal in diesem Jahr statt und wir nehmen die Ergebnisse als Referenzwert für die nächsten Jahre.

Im Rahmen des Projektes altonale goes green haben wir in diesem Jahr eine Umfrage machen können, die Aspekte wie bspw. die Wahrnehmung der Nach­haltigkeitsbemühungen und der umge­setzten Maßnahmen der altonale GmbH aber auch ganz allgemein das Umwelt­bewusstsein der Beteiligten und derer Ideen für eine ökologisch nachhaltige Veranstaltung erhebt.

Mit der Umfrage hatten wir das Ziel, In­formationen über Einstellungen, Meinun­gen, Wissen und Verhaltensweisen von den Beteiligten auf dem altonale Stra­ßenfest zu gewinnen. Befragt wurden vor diesem Hintergrund zu einem die Standbetreiber auf dem altonale Stra­ßenfest und die Besucher der Veranstal­tung. Neben Kategorisierungs- und bi­bliographischen Informationen wurden beispielhaft auch Einstellungen zu unse­ren Sponsoren (der Besucher) oder Ver­haltensweisen zur Müllentsorgung (der Besucher und Standbetreiber) erfragt. Neben der Erhebung von nützlichen Daten, wollten wir aber auch ganz einfach in den Dialog mit den Besuchern und Standbetreibern treten und Ökologie und Umweltschutz auf deren Tagesordnung bringen.

Bei der Umfragen handelt es sich nicht um eine valide, formal wissenschaft­liche Erhebung, die Ergebnisse sind aber objektiv, reliabel erhoben worden und repräsentativ in Bezug auf unse­re Grundgesamtheit (die Besucher und Standbetreiber). Die Ergebnisse finden sich im Anhang dieses Berichtes.

Um das Arbeiten der einzelnen Akteure bei der Organisation der altonale zu erleichtern, wurde ein Maßnahmenkatalog für alle Veranstalter des altonale Kulturfestivals erstellt. Der Katalog ist sehr praxisorientiert formuliert und beinhaltet diverse Links zu weiteren Informationen und Vorschläge für Produkte und potenzielle Kooperationspartner aus Hamburg. Im Anhang befindet sich ein Erhebungsbogen, der von den Veranstaltern zur Bewertung der einzelnen Veranstaltungsstätten genutzt werden kann. Das Dokument steht auf der altonale Homepage auch für Externe zum Download zur Verfügung.

Ein weiteres Ziel der altonale GmbH ist es, das Thema Umweltschutz in den gesamten Gesellschafterkreis der altonale GmbH hineinzutragen. Vor diesem Hintergrund wurde ein Fragebogen entwickelt, der den Gesellschaftern hilft, das eigene Umweltengagement zu hinterfragen und Anknüpfungspunkte für eine ökologische Entwicklung im eigenen Unternehmen/Verein zu identifizieren. Im Anhang des Fragebogens befinden sich diverse weiterführenden Hinweise zu Fördermöglichkeiten und Hinweise zu Leitfäden zu spezifischen Themen unternehmerischer Nachhaltigkeit.

Ein Ziel des Projektes „altonale goes green“ ist es neben der ökologischen Ausrichtung aller altonale Veranstaltungen auch einen möglichst großen Einfluss auf den Gesellschafterkreis und deren Arbeitsalltag als Unternehmer, Freiberufler, Vereinsmitarbeiter auszuüben. Vor diesem Hintergrund, wurde allen Gesellschaftern angeboten, mit Unterstützung des Umweltteams, die spezifischen ökologischen Nachhaltigkeitsherausforderungen der eigenen Organisation zu identifizieren und adäquate und finanzierbare Lösungsansätze für ökologische Problemfelder abzuleiten.

Ziel der altonale ist es zum einen den Kommunikationsvorteil einer „umweltfreundlichen Veranstaltung“ für sich selbst zu nutzen (Ansprache potenzieller Besucher/Kooperationspartner/Sponsoren) und zum anderen die Themen „Umweltschutz“ bzw. „Umweltverantwortung“ gesellschaftlich breit zu platzieren. Hierfür wurden von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit diverse Ideen erarbeitet und Kommunikationskanäle identifiziert. Es gab Kooperationen mit diversen Medien, Beiträge in Fachmagazinen aber auch in den konventionellen Medien (Tagespresse) wurde das „altonale goes green“-Konzept lanciert.

VIII. BEWERTUNG DER UMGESETZTEN MASSNAHMEN UND AUSBLICK FÜR DIE NÄCHSTEN ALTONALE VERANSTALTUNGEN

Die Einbindung der Besucher in die Müllentsorgung, insbesondere in die Trennung von Müll ist schwer umzusetzen. Die Erfahrungen und Beobachtungen der letzten 4 Jahre zeigen, dass sich das Trennverhalten zwar stetig verbessert, zu einem großen Teil nahmen die Besucher trotz der Informationsmaterialien, der Info-Flags der Stadtreinigung, der großen Informationstafeln und der farbig unterschiedlichen Tonnen häufig alle Behälter als konventionelle Abfallbehälter wahr: Teilweise wurde beobachtet, dass falsche Tonnen (Papier/Pappe, Kunststoff/Metalle) für die Entsorgung von konventionellem Abfall benutzt wurden. Das führte zur Verunreinigung und macht sortenreine Trennung schwer. Das ist prinzipiell gut für die Sauberkeit auf dem altonale Straßenfest, die sich in den letzten 4 Jahren durch die absolute Erhöhung der Abfallbehälter gesteigert hat, verringert die Mülltrennquote indes enorm.

Die Tonnen (240l) an den 20 Recyclingstationen waren am Freitag und Samstag bereits ab ca. 18h gefüllt, so dass viele Besucher aber auch Standbetreiber ihren Abfall nicht sortenrein entsorgen konnten, sondern jeweils die leere Tonne auswählten oder den Abfall lediglich davor platzierten. Ferner wurden an 6 zentralen Punkten jeweils 3 große Abfalltonnen (1100l) für Restmüll, Papier/Pappe und Kunststoffe/Metalle zur Verfügung gestellt; an 2 zentralen Punkten zusätzlich Glascontainer; im Gastronomiebereich zusätzlich Speiseabfalltonnen. Diese Abfallinseln wurden an die Standbetreiber kommuniziert, die dort insbesondere Verpackungsmaterialien getrennt entsorgen konnten. Das hat sehr gut funktioniert. Die Auswertung der Umfrage zeigt aber auch, dass noch mehr Behälter notwendig sind und dass die verhältnismäßig schnell gefüllt waren. Zudem zeigt die Auswertung, dass im Verhältnis zu anderen Wertstoffen und Restmüll am meisten Bedarf für Papier/Pappe-Behälter vorhanden ist und dementsprechend das System angepasst werden sollte.

Wir haben in den letzten 4 Jahren unsere Menge an so genanntem Siedlungsabfalls um ca. 53% senken können. Das unterstreicht den ökologischen und auch finanziellen Vorteil, den ein Mülltrennsystem nach dessen Etablierung bietet. Die altonale muss sich trotzdem weiter verbessern. Das heißt, es muss auf eine stärkere Verringerung von Einweggeschirr und Verpackungsmaterialien gesetzt werden. Das kann zum einen durch einen Ausbau des Pfandsystems und die Verpflichtung (ggf. über Sanktionen) der Standbetreiber zur Verwendung von Mehrweggeschirr geschehen. Das Pfandsystem muss für die gesamte Veranstaltung einheitlich gestaltet sein, so dass der Besucher seinen Becher unproblematisch an jedem Getränkestand abgeben kann, auch an Ständen, die nicht von der altonale organsiert werden. Bei Produkten, bei denen das nicht möglich ist (z.B. Kaffee, Crêpes, Bratwurst), sollte ausschließlich kompostierbares Einweggeschirr (z.B. essbares Geschirr, PLA-Geschirr, aus unbehandelten Papierabschnitten, aus Holz) Verwendung finden. Das kann der Besucher dann in jedem herkömmlichen Container entsorgen. Das erhöht zwar nicht die Mülltrennquote aber die ökologische Qualität des Abfalls.

Unseren absoluten Verbrauch an Strom aus erneuerbaren Energien konnten wir im Vergleich zum letzten Bewertungszeitraum 2011 um ca. 31% senken, obgleich mehr Standeinheiten und auch mehr Bühnen auf dem Gelände installiert waren. Der Verbrauch an Strom ist insbesondere abhängig von gastronomischen Standbetreibern, den Fahrgeschäften und Bühnen auf dem Straßenfest. Verbale und schriftliche Kommunikation an die Standbetreiber ist sicherlich nur zum Teil für den Erfolg ursächlich. Weitere Gründe sind der technische Fortschritt (LED-Technik), EU-Vorgaben bei der Produktion technischer Geräte aber auch das stark ausgeprägte Umweltbewusstsein unserer Standbetreiber, wie die Auswertung der Umfrage zeigt.

Eine noch stärkere Motivation der beteiligten Betreiber zu einem sparsamen Umgang mit Energie könnte unseres Erachtens nach lediglich über Einzelabrechnungssysteme erfolgen. Das wäre allerdings mit einem erheblichen finanziellen und personellen Mehraufwand verbunden. Denkbar wäre auch eine Verpflichtung aller Bühnen- und Standbetreiber zu einem Einsatz von energieeffizienter Technik. Das wiederum würde u.U. Bühnenangebote und den Großteil der Standbetreiber ausschließen.

In diesem Jahr haben wir erstmals 2 Stationen der Fahrradgarderobe aufgebaut und an 2 strategischen Zufahrtspunkten positioniert. So haben wir in 2015 beim 3. Versuch die bestmöglichen Plätze identifiziert, was die gute Auslastung auf dem Straßenfest unterstrich. Wir werden an dem Konzept und den Orten festhalten und wollen zukünftig noch mehr Öffentlichkeitsarbeit und Werbung im Vorfeld betreiben, um das Angebot noch erfolgreicher werden zu lassen.

Mit 40 Komposttoiletten auf dem Gelände war der Bedarf an sanitären Anlagen ausreichend abgedeckt. Wir haben in diesem Jahr mit einem Neuling auf dem Gebiet zusammengearbeitet, da es nicht allzu viele Anbieter in Deutschland gibt. Auszusetzen hatten wir dabei insbesondere die schlechte personelle Betreuung durch den Dienstleister. Zum einen bedarf es einer persönlichen Erklärung der Funktionsweise einer Komposttoilette, trotz der bildhaften Erklärung in den Kabinen. Zum anderen waren nicht immer alle Toiletten rechtzeitig offen bzw. für die Benutzung vorbereitet. Mit den Betreibern hatten wir ein Feedbackgespräch und sind zuversichtlich den Ablauf und die Betreuung im nächsten Jahr zu verbessern. Allein das Angebot an Komposttoiletten hatte aber schon eine positiven Effekt auf die Wahrnehmung der altonale als ökologische Veranstaltung, wie die Ergebnisse der Besucherumfrage zeigen.

Dieses Jahr wurde die Grüne Meile zum 4. Mal organisiert. Sie befand sich in der Großen Rainstraße und einem Teil der Kleinen Rainstraße. Auf der Grünen Meile werden ausschließlich ökologische oder fair gehandelte Produkte angeboten. Jedes Jahr versuchen wir stetig die Anzahl an teilnehmenden Ständen insgesamt zu erhöhen. Der Anteil an ökologischen Verkaufsständen ist im Vergleich zum Referenzwert von 2011 um ca. 24% zurückgegangen, die absolute Menge an nachhaltige Initiativen, Vereinen und Unternehmen auf der Grünen Meile insgesamt ist indes gestiegen.

Besonders wichtig ist es uns aber ein ökologisches Angebot auch in den anderen Bereichen z.B. auf der gastronomischen Fläche „Altona tischt auf“, im Food-Truck-Circle oder auf dem Designmarkt zu etablieren. Da sind wir sehr erfolgreich, wie die Zahlen zeigen. Von allen Anbietern von Speisen haben ca. 25% zertifizierte Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau in ihrem Angebot. Ca. 45% haben vegetarische Speisen und ca. 14% sogar vegane Produkte im Verkauf. Im NonFood-Bereich bieten ca. 9% der Stände Produkte mit Umweltsiegel an (z.B. Fair Trade-Siegel, FSC-Siegel, GOTS-Siegel). Diese Quoten versuchen wir in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen.

Verstärkt werden organisatorische Umweltaspekte der altonale angegangen. Das ist indes nicht ausreichend und das Potenzial zur Umweltkommunikation der altonale wird vernachlässigt. Im Leitfaden für die Veranstalter wurden beispielhaft Ideen bzw. Umsetzungsbeispiele für eine inhaltliche Einbindung von ökologischen Themen aufgeführt. Wünschenswert wäre es in den nächsten Jahren partiell in den diversen Kultur-Bereichen (Kunst, Literatur, Theater, Film) auch Öko-Themen zu platzieren. Hierzu gilt es, die zuständigen Veranstalter so zu motivieren, dass sie das als selbstverständlich erachten und sich gewiss sind, dass ihre künstlerische Freiheit und die Qualität ihrer Projekte nicht darunter leidet.

Mit den beiden Bereichen „Grüne Meile“ und „Buntes Altona“ haben wir ein enormes Potenzial Nachhaltigkeitsthemen auf die Straße und an die Besucher heranzutragen. Diese beiden Bereiche sind abhängig vom Mitmachen der Hamburger Initiativen und Vereine, die für ihre Öffentlichkeitsarbeit das Straßenfest als Plattform wählen. Diese teils interaktiv gestalteten Informationsbereiche sind für Hamburger Großveranstaltungen einzigartig und machen das altonale Straßenfest besonders. Wir konnten in diesem Jahr erstmals die Bereiche inhaltlich nach Themenschwerpunkten der Infostände klassifizieren und eine Zählung durchführen. In beiden Bereichen zählten wir 97 Initiativen, Projekte, Vereine und Unternehmen, die an ihrem Stand aktiv Umweltschutzanliegen und sozial relevante Begehren an die Besucher des Straßenfestes herantrugen. Diese Zahl versuchen wir in den nächsten Jahren zu erhöhen und ggf. eine Quote (Verhältnis zum gesamten Informationsangebot) zu errechnen.

Des weiteren haben wir mit dem Repair Café, dem Sharing Projekt Pumpipumpe, dem Fair-Fashion-Bereich und dem Upcycling-Sesseln Mitmach-Elemente auf das Straßenfest geholt, die auf spielerische Weise Themen nachhaltiger Entwicklung an unsere Besucher herangetragen haben. Insbesondere für das Repair Café und dem Fair-Fashion-Bereich wünschen wir uns in Zukunft eine erfolgsversprechendere Umsetzung und damit eine größere Wahrnehmung und Resonanz auf dem Straßenfest. Ob wir diese Projekte zukünftig wiederholen können ist davon abhängig, ob wir die Kooperationspartner überzeugen können, sich weiter zu engagieren oder ob wir alternative Organisatoren finden. Für das Sharing-Projekt Pumpipumpe konnten wir durch unsere Werbung und den Druck und die Verteilung von 10.000 Stickerbögen ein großes Echo erzeugen. Gerne würden wir dieses Projekt weiter unterstützen oder ein alternatives Projekt, das für Altona sinnstiftend ist, fördern. Die Upcycling-Sessel haben ein sehr großes, positives Echo hervorgerufen und sollten ein fester Bestandteil auf der Grünen Meile werden.

Ferner haben wir in diesem Jahr erstmals mit dem Muddi Markt e.V. zusammengearbeitet. Deren Aufgabe und Zielsetzung war es auf der Grünen Meile ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Musik und Schauspiel aber auch ein unterhaltendes Informationsprogramm zu unterschiedlichen Themen nachhaltiger Entwicklung auf die Beine zu stellen. Zudem hatte der Muddi Markt einen Verkaufsstand, der Getränke aus kontrolliert biologischem Anbau anbot. Mit der Kooperation waren wir grundsätzlich zufrieden wünschen uns für die Zukunft aber mehr Infotainment als Entertainment auf der Bühne, um einen größeren Kommunikationseffekt zu erzielen und ein Alleinstellungsmerkmal der „Grünen Bühne“ im Vergleich zu den restlichen Bühnen auf dem Straßenfest zu kreieren. Dass das sehr schwer ist, haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt. Von den gastronomischen Anliegern ist ein konventionelles Musikprogramm gewünscht, die Einbindung und programmatische Partizipation der Initiativen auf der Grünen Meile (bspw. durch Vorträge) funktioniert nur selten, Unterhaltung und Information sind nicht einfach zusammenzubringen, externe Kooperationspartner mit Erfahrungen in beiden Bereichen (Unterhaltung und Information) sind schwer zu finden oder nicht zu finanzieren. Wir wünschen uns eine erneute Kooperation mit dem Muddi Markt e.V. und hoffen das Programm vielfältiger und nachhaltig zu entwickeln auf dem jetzigen Ergebnis aufzubauen.

Die altonale lebt davon, dass sich zahlreiche Unternehmen und Institutionen am Kulturfestival beteiligen. Viele Veranstaltungen finden in externen Veranstaltungsstätten (nur teilweise professionell) statt. Hierauf hat die altonale noch kein Einfluss ausüben können. Ziel ist es, die Ideen und auch das Know How der altonale an unsere Unterstützer weiterzugeben, ohne dass Druck ausgeübt wird. Hier sind insbesondere die Ansprechpartner (Kulturveranstalter) gefordert und gefragt.

Die Veranstalter der altonale sind stets mit einem zu geringem Budget für ihren Kulturveranstaltungen ausgestattet. Vor diesem Hintergrund ist es besonders schwierig Mehrkosten (bspw. verursacht durch Werbemitteldruck auf Recyclingpapier) zu akzeptieren. Viele Beteiligte bei der altonale sind ehrenamtlich tätig oder aber für sehr wenig Entlohnung engagiert. Dementsprechend fällt es ebenso schwer, den zeitlichen Mehraufwand (z.B. durch Gespräche, Workshops oder sonstige Informationsformate), den eine Entwicklung der altonale hin zu einer ökologisch nachhaltigen Veranstaltung verursacht, in Kauf zu nehmen. Hier müssen Formate/Kommunikationsformen entwickelt werden, die die Motivation und die Identifizierung mit dem Projekt „altonale goes green“ erhöhen können.

Das Projekt altonale goes green ist seit Beginn 2011 durch das Engagement weniger Personen geprägt. Dabei besteht eine gewisse Unabhängigkeit vom Kernteam der altonale bei der Organisation, die auch in anderen Bereichen (Flächen auf dem Straßenfest, Kulturbereiche wie Film-, Kunst-, Theater altonale) für das Netzwerk und das Arbeiten der altonale GmbH charakteristisch ist. Unser Ziel ist es zukünftig Verantwortungsbereiche wie z.B. die Organisation der Grünen Meile, die Öffentlichkeitsarbeit für unser Nachhaltigkeitsengagement und die umgesetzten Maßnahmen und Projekte sowie infrastrukturbezogene Managementmaßnahmen stärker in das Kernteam der altonale zu integrieren. Diese Integrationsherausforderung ist wichtig, weil Nachhaltigkeit keinen unabhängigen Teilbereich eine Organisation darstellt sondern bei jeder Entscheidung im Eventmanagement Berücksichtigung finden muss. Vor diesem Hintergrund versuchen wir alle Informationen und Materialien so aufzubereiten, dass Sie personenunabhängig weitergenutzt werden können und die Erfahrungen und Kompetenzen an die festen Mitarbeiter der altonale GmbH weiterzureichen.

Aus Fehlern wurde gelernt, erfolgreiche Maßnahmen werden fortgeführt; die Planungen für die altonale 18 sind bereits am Laufen und strategische Gespräche mit Kooperationspartnern finden zur Zeit statt, so dass im Jahr 2016 eine weitere Verbesserung der Umweltleistung erreicht wird.

IX. IDEEN FÜR EINE WEITERE VERBESSERUNG DER UMWELTLEISTUNG

Die Besucherzahlen für die größte Veranstaltung, das altonale Straßenfest, werden nur geschätzt und der Modal Split und weitere notwendige Daten (z.B. Entfernung der zurückgelegten Strecke) über den Besucherverkehr aller altonale Veranstaltungen (über den Zeitraum der 3 Wochen) konnte aus finanziellen/personellen Gründen bisher nicht erhoben werden. Eine Verbesserung wäre es, die Daten zu erheben und die veranstaltungsinduzierten CO2-Emissionen in Kooperation mit einem renommierten Kompensationsanbieter auszugleichen.

Eine weitere Idee ist es, ausschließlich kompostierbares Geschirr für alle Standbetreiber, die nur mit Einweggeschirr arbeiten können als Bedingung vorzuschreiben. Um diesen Umstellungsprozess zu erleichtern und die Einhaltung abzusichern, könnte man eine Einkaufsgemeinschaft begründen und zentral über die altonale bestellen und die Materialien verteilen und abholen lassen. Zudem müsste das Trennsystem um eine Bio-Tonne erweitert werden.

Da die sortenreine Trennung schwer umzusetzen ist, braucht man Personal, dass die Trennung begutachtet bzw. koordiniert. Wir haben so etwas bereits in einer erfolgreichen Umsetzung auf dem Folk Music Festival in Vancouver (thefestival.bc.ca) beobachten können, bei dem Volunteers die ca. 15 Recyclingstationen rund um die Uhr betreuen und somit die Mülltrennung zu 100% erfolgreich werden lassen. Da wir mit insgesamt 20 Stationen schon jetzt zu wenige für unsere große Fläche und den Bedarf der Besucher und Standbetreiber aufbieten, wäre die personelle und damit finanzielle Herausforderung der Umsetzung enorm.

Um die Quote an umweltfreundlichem und fairem Angebot an Speisen und Waren auf dem Straßenfest weiter zu erhöhen, könnte man die Stände nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien anordnen und die ökologischen und sozialen Alternativen durch bessere, verkaufsfördernde Positionen auf dem Straßenfestgelände belohnen. Ein weiteres Anreizsystem wäre es, Standgebühren für ökologische und soziale Stände u verringern. Das würde allerdings weniger Einnahmen für eine chronisch unterfinanzierte Organisation wie der altonale GmbH bedeuten. Beide Maßnahmen könnten dazu führen, dass konventionelle Anbieter ihr Angebot ökologisch umstellen und mehr Anbieter von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sich für Flächen auf dem Straßenfest bewerben.

Die Idee beschäftigt uns seit längerem aber scheiterte bisher an der „Zerfaserung“ der gastronomischen Flächen, der Vielfalt des gastronomischen Angebots und des Mangels an Dienstleistern die explizit ökologisch Reinigen. Wir haben in diesem Jahr das erste Mal eine Fläche – den Food-Truck-Circle –geschaffen für den wir im Jahr 2016 ein Spülsystem mit Pfandgeschirr und mit Einsatz von biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln entwickeln und umsetzen möchten. Hier kommt es insbesondere auf den Willen der Betreiber an, mit denen wir unser Vorhaben abstimmen möchten.

Wir haben unsere Festivalbesucher gefragt wo sie aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten Verbesserungsbedarf erkennen. Mehrfach wurde das Anbieten eines ökologischen Bieres vorgeschlagen. Bier ist sicherlich das am meisten konsumierte Getränk auf dem Straßenfest. Mit Bionade haben wir schon auf allen Getränkewagen eine Biolimonade, wenn auch nicht regional produziert, und mit Viva con Agua ein Mineralwasser „für den guten Zweck“ im Angebot. Eine Umstellung auf Biobier hätte einen gewaltigen Impact wäre aber nicht wie von uns gewünscht mit einer Hamburger oder regionalen Brauerei umsetzbar. Süd- oder mitteldeutsche Hersteller widersprechen unserem Anspruch auf Lokalität und Regionalität. Hier hoffen wir auf eine weitere Entwicklung der Hamburger Großbrauereien.

Um die Angebote an ökologischen Speisen, Spielwaren, Bekleidung erfolgreich zu platzieren, sollten die Stände nicht nur auf der Grünen Meile sondern über das gesamte Straßenfestareal verteilt werden. Die Kommunikation unseres ökologisch vorteilhaften Angebotes könnte nichtsdestotrotz zentral (z.B. über unsere Homepage, einen Lageplan oder z.B. einen „Öko-Einkaufsführer“) erfolgen und auch die Stände könnten auf besondere Art und Weise gekennzeichnet sein (Label, Schild, Symbol), so dass es dem Besucher leicht fällt, bei Interesse, die Stände zu finden. Zudem hätten ökologische Alternativen einen Kommunikationsvorteil, was eventuell Nachahmer unter den konventionellen Anbietern hervorrufen würde.

Um die Aufmerksamkeit auf das Thema Müll und dessen Entsorgung zu lenken, wäre die Entwicklung einer No-Waste-Zone ein gutes Kommunikationsprojekt. Auf dieser Fläche dürften die Anbieter ausschließlich Speisen und Waren ohne Abfall (z.B. verursacht durch Verpackungen, Transportmaterial, Geschirr, Servietten etc.) anbieten. Zudem dürften Besucher keinen Abfall auf dem Bereich (z.B. ein paar Meter Straßenzug oder eine kleine Straße) entsorgen. Die Zone muss ansprechend gekennzeichnet und gestaltet sein, zusätzliches Personal (Am Eingang und Ausgang des Bereichs) müsste durch Information deren Erfolg gewährleisten.

Das Projekt „altonale goes green“ soll in den kommenden Jahren weiter wachsen und noch erfolgreicher werden. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf den Austausch mit anderen Veranstaltern und möchten über die altonale hinaus einen aktiven Dialog über die nachhaltige Ausgestaltung von Großveranstaltungen im Raum Hamburg fördern und vorantreiben. Dieser Bericht soll daher Anstoß geben, gemeinsam über neue Wege und Möglichkeiten der großstädtischen Veranstaltungsorganisation nachzudenken.

X. UNSERE EINSCHÄTZUNG ZUR ÜBERTRAGBARKEIT EINFACHER MASSNAHMEN FÜR HAMBURGER VERANSTALTER

Die Recyclingstationen wurden speziell für die altonale designt stehen aber auf Nachfrage bei und in Kooperation mit unserem Entsorger Stadtreinigung Hamburg allen Veranstaltern zur Verfügung. Sie verfügen über einen Einlass von oben und es gibt für jede Trenn-Insel Info-Flags mit Erklärungen zum richtigen Trennen. Zudem haben wir in diesem Jahr Schilder entwickelt, die wir anderen Veranstaltern gerne zur Verfügung stellen.

Bei öffentlichen Netzanschlüssen ist man häufig auf den städtischen Netzbetreiber angewiesen. Der hat auch wenn er kein „reiner“ Ökostromanbieter ist, Strom aus erneuerbaren Ressourcen im Portfolio. Das ist nicht optimal aber ein erster Schritt. Wenn möglich sollte „REG-Strom, „regenerativer Strom“: Strom aus Solarstrahlung, Windkraft, reaktivierter Wasserkraft, fester, flüssiger oder gasförmiger Biomasse nachhaltiger Herkunft sowie Geothermie verwendet werden. Die Mehrkosten sind mittlerweile überschaubar und könnne durch Effizienzmaßnahmen ausgeglichen werden.

Die Fahrradgarderobe ist mittlerweile auf vielen Hamburger Veranstaltungen etabliert. Der Betreiber Konzertkultour GbR entwickelt das Angebot und die Praktikabilität stets weiter. Die Größe ist frei wählbar, so dass für jede Art von Event eine passende Version umgesetzt werden könnte und es dem Besucher leicht gemacht wird, mit dem Fahrrad klimaschonend anzureisen.

Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre zeigen, dass es außer im Preis und in der teils noch weniger professionellen Umsetzung keine Nachteile sondern nur Vorteile in der Benutzung und insbesondere auch der Wahrnehmung der Besucher gibt. Die Preise werden mit Konkurrenzangebot sinken und die Professionalität der Anbieter mit Erfahrung steigen.

Mittlerweile gibt es in Hamburg diverse Anbieter von „guten“, alternativen Speiseangeboten, ob veganer Burger, Biobratwurst, fair gehandelter Kaffee oder vegetarisches Curry. Die Besucher nehmen das Angebot sehr positiv auf und gleichzeitig verbessert man als Veranstalter seine Klimabilanz.

Plakate, Informationsblätter, Programmhefte und Flyer sind auch in Zeiten von Social Media die wichtigsten Werbemittel für Veranstalter. Für den Druck von Werbematerialien ist es aus ökologischer Sicht wünschenswert, deren Notwendigkeit zu überdenken, deren Umfang sinnvoll zu kalkulieren oder auf ökologische Alternativen zurückzugreifen. Qualitätskriterien aus ökologischer Sicht sind z.B. geringe Lieferentfernung, öko-zertifiziertes Papier (FSC, PEFC, Blauer Engel), ökologische Druckfarben (z.B. ohne Schwermetalle, auf Basis nachwachsender Rohstoffe), Gewässerschutz, energieeffiziente Drucktechnik oder ein CO2-neutraler Produktionsprozess. Auch hier ist der Preis im Vergleich zu konventionellen Angeboten in den letzten Jahren stark gesunken.

Viele wichtige Bereiche im Veranstaltungsmanagement werden über professionalisierte Subunternehmer bzw. externe Dienstleister organisiert. Hierzu gehören häufig die Bereiche Catering, Unterbringung der Gäste, Technische Ausstattung (Veranstaltungstechnik), Infrastruktur (Bauzäune, Beschilderung, Absperrungen), Sanitäre Anlagen, Sicherheit und nicht zuletzt Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen (Energie, Wasser, Abfall). Auch hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan und es gibt in Hamburg eine Menge Alternativen für die Organisationsbereiche.

Das Ziel ist es hier einen möglichst großen Anteil an ökologisch nachhaltigen Produkten im Büroalltag und bei den durchgeführten Veranstaltungen zu verwenden. Hierdurch können positive Einflüsse auf Entwicklung von Märkten für ökologische Produkte ausgeübt werden. Bei allen Einkäufen gilt es, Umweltbelange, häufig dargestellt durch Öko-Labels und Zertifikate (siehe Anhang), zu beachten. Aber auch der Transportweg oder die Verpackung geben Auskunft über die Umweltqualität von Produkten.